Foodtrucks – Zweites Standbein für Gastronomen und Hoteliers?

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Foodtrucks erweisen sich zunehmend als ein durchaus lukratives Geschäftsmodell. Mittlerweile setzen sich die mobilen Essensstationen immer mehr in der Welt der Gastronomie durch und es entwickelt sich eine regelrechte neue Esskultur im Bereich der bereits weit verbreiteten „Streetfood Szene“. Durch unser immer schneller werdendes Leben, in dem wir gefühlt nie eine Pause zum durchatmen haben und vom einen zum nächsten Termin hetzen, hat kaum ein Berufstätiger wirklich effektiv die Zeit und seien wir ehrlich, so oft auch einfach keine Lust, sich am Abend noch stundenlang in die Küche zu stellen und sich ein gehaltvolles und am besten dann auch noch gesundes Essen zuzubereiten.

Angebote die uns aus diesem Dilemma heraus helfen sollen gibt es ja nun zuhauf. Doch in den meisten Fällen beschränken sich die Auswahlmöglichkeiten auf das Fastfood Essen der bekannten Systemgastronomiebetriebe. Was an sich ja auch nichts verwerfliches ist und wir uns sicher alle gerne mal einen Burger, bei einem der beliebten Fastfood Riesen gönnen. Dort kann meist nicht gerade von Frische, Regionalität oder besonders spektakulärer Kreativität bei der Speisengestaltung gesprochen werden. Die Bedeutung des Begriffes „Fastfood“ der ursprünglich lediglich aussagen sollte, ein „schnelles Essen“ zu erhalten, hat sich dahingehend entwickelt, dass die Qualität dessen was man angeboten bekommt oftmals zu kurz kommt, bzw. nicht zwangsläufig gehaltvoll geschweige denn gesund sein muss. Zu mindestens bei einem übermäßig regelmäßigem Verzehr dieser Produkte.

Trotz der fehlenden Zeit im Alltag möchten sich dennoch viele gesund und bewusst ernähren. Den Kunden und Konsumenten ist es wichtig zu wissen, was sie auf dem Teller haben und woher die verwendeten Zutaten stammen. Der Wandel hin zu einem gesunden Lebensstil, der in unserer Gesellschaft stattfindet, spiegelt sich in allen Bereichen des täglichen Lebens wieder. Und das ist auch gut so. Bei den anrollenden Kolonnen von Foodtrucks, wird auf diesen Wandel im Bezug auf die Essgewohnheiten der Gäste reagiert und in einer modern ansprechenden Aufmachung nach Außen getragen. Die Foodtruck Betreiber schaffen es, das Fastfood in den verschiedensten Variationen, neu zu interpretieren. Sie räumen mit überholten Ansichten über die Definition eines „schnellen Essens“ auf. Denn ein schnelles Essen muss nicht zwangsläufig immer an Qualität oder Frische einbüßen. Gerade in der Szene der kulinarischen Leckerbissen auf Rädern, ist die Verwendung von frischen Produkten so gut wie unumgänglich. Denn die meisten der Trucks haben lediglich Kühl- aber keinerlei Gefriersysteme an Board. So bleibt den Betreibern nur die Möglichkeit, dem Standort entsprechend, Waren aus der näheren Umgebung für die Speisenherstellung zu verwenden.

Zweites Standbein für Gastronomen und Hoteliers?

Für bereits etablierte Gastronomen und Hotelbetreiber entwickelt sich der ganze Hype, um das „Essen auf Rädern“ der mal wieder, wie war es anders zu erwarten, aus Amerika zu uns herübergeschwappt ist, zu einer originellen mobilen Werbefläche. Die Anschaffung eines Foodtrucks ist nämlich auch für Unternehmer, die bereits einen oder auch mehrere Läden an festen Standorten haben, eine Überlegung wert und kann sich als ein wertvoller Nebenverdienst erweisen. Doch anders als im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, kann man die Trucks nicht einfach nach Belieben an einen geeigneten Seitenstreifen stellen und loslegen mit dem Straßenverkauf. In Deutschland benötigt man unter anderem einen Reisegewerbeschein um seine Kunden mobil zu verköstigen.

Durch den sehr reduzierten Platz in den Trucks, sind die kulinarischen Konzepte die dahinter stehen, in der Regel auf ein bestimmtes Kernprodukt ausgelegt. Das bedeutet, es wird eine bestimmte Speise in verschiedenen Variationen und Ausführungen angeboten. Das ist auch einer der Gründe für neue ausgefallene Gerichte die man so noch nicht kannte. Denn ein klassisches Gericht in einer neuen Aufmachung zu präsentieren ist, gerade für die Köche, eine tolle kreative Möglichkeit um Ideen auszuprobieren. Das schafft im selben Zuge direkt ein Alleinstellungsmerkmal für das entsprechende Konzept.

Geeignete Stellplätze und Einsatzgebiete

Einsatzgebiete für die Trucks sind zur Genüge vorhanden. Als „Mobile Kantine“ für die Mittagspause eines großen Konzerns, bei dem man seinen Truck im günstigsten Fall kostenfrei (d.h. ohne Stellgebühren die normalerweise anfallen) auf dem Firmenparkplatz abstellen kann, bietet sich als gute Kooperationsmöglichkeit an. Im Allgemeinen sind gute und rentable Stellplätze dort, wo es keine herkömmliche Gastronomie vor Ort gibt.

Zunehmend kommen in passender Weise die Foodtrucks bei Festivals, Konzerten, Firmenevents oder speziellen Streetfood Veranstaltungen zum Einsatz. Über das gesamte Jahr verteilt finden sich in allen größeren Städten vielseitige Events wie: Streetfood -Festivals, -Märkte, -Parks oder auch die speziell für die Foodtrucks ins Leben gerufene Veranstaltung „Original Foodtruck RoundUp„, dessen Teilnehmer mit der Foodtruck Kolonne durch ganz Deutschland fahren. Dort haben die Besucher eine riesige Auswahl an Leckereien. Ob nun Burger, Sandwiches, Asiatisches, Pizza, Pasta, Fisch, Salate, Suppen, Vegetarisch oder Vegan, die Auswahl ist riesig und es dürfte für jeden Geschmack etwas dabei sein.

Hauptsächlicher Veranstalter bzw. Zuständiger für die deutschlandweit stattfindenden Events und Veranstaltungen, rund um das Thema Streetfood und Foodtrucks ist „Foodtrucks Deutschland“. Gründer Klaus Wünsch, einer der ersten Visionäre die dazu verhalfen den Trend bei uns ins ‚Rollen‘ zu bringen, startete 2010 mit seinem ersten Truck dem RipWich in Nürnberg. Heute zählt er in Deutschland zu den erfolgreichsten Anbietern. Die Hauptsaison der Events liegt in den wettertechnisch milderen Monaten des Jahres. Im Zeitraum von März bis Oktober finden sich die meisten Veranstaltungen dieser Art. Eben zu den Jahreszeiten in denen die Kunden sich auch gerne draußen aufhalten.

Interesse selbst einen Foodtruck anzuschaffen?

Möchte man als Gastronom oder auch Hotelier ein solches Konzept einführen, sind einige wichtige Punkte bei der Planung vorab zu beachten.

Ihre Checkliste um durchzustarten:

  • Geeigneter Stellplatz, mit entsprechender Genehmigung
  • Saisonale Ausweichmöglichkeit, zur Überbrückung der eher verkaufsschwachen Wintermonate
  • Auswahl eines individuellen Konzeptes als Alleinstellungsmerkmal
  • Kreative Ideen für eine schnelle Speisenherstellung und Gerichte die sich gut für den Verzehr unterwegs eignen
  • Werbung und damit verbundene Aufmerksamkeit, mit Hilfe von Communities und Netzwerken der Szene
  • Einen für die auserwählte Zielgruppe ansprechender Truck, der ausreichend Platz für alle benötigten Arbeitsmittel bietet